Herrn Siedersberger weiß, wo alle Produkte stehen und welche Sie wirklich brauchen.

60.000 Artikel auf 16.000 Quadratmetern Marktfläche: Falls Sie sich in den Gängen dieses gigantischen Sortiments verlaufen sollten, fragen Sie einfach nach Herrn Siedersberger – denn der Marktleiter weiß nicht nur, wo alle Produkte stehen, sondern auch, welche Sie wirklich brauchen.

Mit Verlaub: Wer braucht eigentlich 20 verschiedene Sorten Tomaten?

Nicht jede Sorte Tomate ist für jedes Gericht tauglich. Sterneköche verlangen beispielsweise diese gelben, süßen Piennolo-Tomaten, die nur am Vesuv wachsen, andere brauchen gewöhnliche, günstigere Fleischtomaten, weil sie damit Soße vorkochen. Unser Anspruch ist es für alle Kunden da zu sein: und zwar mit dem besten Produkt zum besten Preis.

„Die Kunden betrachten uns nicht nur als Produktlager, sondern auch als beratende Institution und Ideenlieferant.“

Um die Anzahl der Produkte in ihrem Sortiment ranken sich Mythen. Wie viele sind es denn nun genau?

Das ist schwer zu sagen, weil manche nur saisonal gelistet werden. Derzeit bewegt es sich vermutlich in einem Bereich zwischen 60.000 und 65.000 Artikeln. Wir haben nicht nur 20 Sorten Tomaten, sondern auch 1000 Sorten Käse, 800 Weine, 50 Champagner-Sorten, 100 Sekt-Sorten, 20 laufende Meter Oliven, 75 laufende Meter Öl, 2 Straßen Nudeln, 220 verschiedene Fische von Gotteslachs über Offiziersbarsch bis zum Papagei-Fisch, Lamm, Wild, Bison, Krokodil, Schlange – bis hin zu Wagyu-Filet, das unter Gourmets als das beste Fleisch der Welt gilt.

Pardon: Was ist denn Wagyu?

Eine sehr exklusive, ursprünglich japanische Rinderrasse, die oft fälschlicherweise als „Kobe-Rind“ bezeichnet wird. Nur Rinder, die in der Region Kobe gezüchtet wurden, dürfen so genannt werden. Und die dürfen nicht exportiert werden.

Gehört Beratung auch zu ihrem Zuständigkeitsbereich?

Täglich mehrfach. Nicht jeder Gastronom kann sich einen Sommelier leisten. Bei uns haben Sie einen Weinakademiker, der ihnen jederzeit sagt, welcher Wein zu welchem Produkt passt. Die Mitarbeiter unserer Käse-Abteilung besuchen Käse-Seminare, und unser komplettes Außenteam hat gastronomischen Hintergrund, die meisten waren selbst Köche und wissen aus jahrelanger Praxis, worauf es in der Küche ankommt. Die Kunden betrachten uns nicht nur als Produktlager, sondern auch als beratende Institution und Ideenlieferant.

Wie behält man da als Marktleiter den Überblick?

Indem man jeden Tag durch die Abteilungen geht, sich das komplette Sortiment immer vor Augen hält – vom Frischebereich über das Trockensortiment bis hin zum Non-Food-Sortiment. Es ist extrem wichtig, immer am Ball zu sein, immer zu wissen, welche Produkte ausgelistet wurden und welche neu im Sortiment sind. „Haben wir nicht“ ist keine Antwort. Denn auch der Gastronom muss seinen Gästen erklären, warum er ein Gericht von der Speisekarte streichen muss.

Gibt es Unternehmen, die ein ähnlich großes Sortiment haben?

In Deutschland? Nicht annähernd. Insbesondere, wenn es um asiatische oder italienische Produkte geht.

Finde ich auch Produkte, die ich nicht im Asia-Shop bekomme?

Herr Kling, unser Einkäufer für asiatische Produkte verbringt viel Zeit mit der Recherche nach neuen Produkten – auf seinen Reisen nach Asien, in Kundengesprächen, auf Messen. Asien ist ein sehr weitläufiges kulinarisches Gebiet. Da gibt es Artikel, die kennt man nur in bestimmten Regionen in China, Thailand, Korea, Japan oder dem Vietnam. Sicher gibt es da vereinzelt Produkte in einigen Asia-Shops, die wir nicht führen. Der Unterschied aber ist, dass Sie bei unseren Produkten wissen, wo sie herkommen.